Kategorie: Einrichten

Teppiche vom Dorf

Nur noch wenige Betriebe in Deutschland stellen handgewebte Wollteppiche her. Die Manufaktur Habbishaw im Norden Hessens ist eine davon. Das benötigte Garn wird selbst gesponnen.

Auf verschiedenen Webstühlen, je nach gewünschter Größe, werden die Teppiche gemäß der Kundenvorlage in Handarbeit gewebt. Für einen Quadratmeter schlichte Fläche benötigen die Weberinnen etwa eine Stunde, Muster dauern länger.

Text: Micaela Buchholz, Foto: Christian Malsch-von Stockhausen

Wohlfühl-Stoff Leinen

Leinen begleitet uns im Alltag und – wenn wir mögen – ein Leben lang. Sein unnachahmliches Weiß schafft ein Gefühl von Ruhe und Gelassenheit. Gebleicht und ungefärbt zeigt sich Leinen mattglänzend. Im Gegenlicht erkennt man schnell sein eindeutiges Kennzeichen: längliche Verdickungen im Gewebe.

Altes Leinen ist fast immer von Hand gesponnen und gewebt. Es hat eine Qualität, die man heute kaum findet. Neues Leinen überzeugt durch zeitgemäße Farbigkeit und wohnliches Design.

Text: Isa von Bismarck-Osten, Foto: Heinz Duttmann

Urlaub auf der Obstwiese

In den Sommermonaten übernachten Karin Falters Gäste im Bauwagen im Grünen. Die Gefährte sind gemütlich eingerichtet und einfach gehalten.

Der Tag in der Wiese ist bestimmt vom Sonnenaufgang am Morgen und der Dämmerung am Abend, vom Gesang der Vögel und vom Blöken der Schafe. Elektrizität und Internetzugang gibt es in den Bauwagen nicht. Darauf hat die Kunsthandwerkerin ganz bewusst verzichtet.

Vor sechs Jahren fand sie ihre Bauwagen auf Ebay-Kleinanzeigen. Sie reparierte, besserte aus, richtete ein und schuf so zwei einmalige Gästezimmer.

Text: Kathrin Hingst, Fotos: André Reuter

Stoffe mit Geschichte

Altes Leinen, feine Seide und flauschige Wolle: Christina Kleßmann kombiniert auf ihren Webstühlen verschiedene Materialien und webt daraus Wohntextilien mit hellen Farben und klaren Strukturen.

Im Atelier von Christina Kleßmann herrscht ein stetiges Auf und Ab. Rhythmisch heben und senken sich die Fäden im großen Webstuhl, während die Weberin das Schiffchen mit der Garnspule ruhig zwischen ihnen hindurchgleiten lässt. Reihe um Reihe wächst unter ihren Händen ein in Gelb und Weiß gestreifter Stoff. An ihren Webstühlen entstehen Teppiche und Decken, Handtücher, Wandbehänge, Kissen und Schals.

Text: Elisabeth Tobe, Fotos: Dominik Wolf

Historisches Minihaus

Ilka Meyer-Stork und Immo Pupkes haben im Bergischen Land das alte Wohnhaus einer Bergarbeiterfamilie saniert. Vom Wochenend-Leben auf 38 Quadratmetern Wohnfläche.

Auf kleinem Raum sollten Möbel schmal sein, wie zum Beispiel die Bank, ein klappbarer Esstisch oder ein multifunktionaler Küchenofen.

Warme Holztöne

Um es nicht nur praktisch, sondern auch behaglich im Badezimmer zu haben, ist ein alter Holztisch mit zwei Bohrungen zum Waschtisch umfunktioniert worden. Der Spiegel wurde gerahmt wie ein Bild. Und aus einem vom Dielenboden übrig gebliebenen Eschenbrett wurde die Abdeckung für den Wandvorsprung gearbeitet. 

Text: Isa von Bismarck-Osten, Fotos: Rainer Weppelmann, Zeichnung: Karla Breilmann

Wohnliche Bäder

Im letzten Heft haben wir unsere Leser gebeten, uns ihre Wohlfühl-Bäder zu zeigen. Herzlichen Dank für die zahlreichen Einsendungen! Wir stellen drei behagliche Bäder vor – und weitere Bad-Ideen auf Instagram.

Bad 1: Aus Bildern wird ein Bad

Als Mia Hagenow und Christian Bendel im Juni 2020 das kleine Bauernhaus von 1900 in der schleswig-holsteinischen Wilstermarsch kauften, hatten sie gleich Bilder der renovierten Räume vor Augen. „Berufskrankheit“, sagen die 36-jährige Art Direktorin und Illustratorin und der 37-jährige Fotograf lachend.

Bad 2: Ein Hof-Bad bleibt sich treu

Wenn die Spätsommerluft durch das Fenster strömt und Ramona Riederer von der Badewanne aus auf die grünen Wiesen und das Allgäuer Braunvieh blickt, sind die Anstrengungen der letzten Monate kurz vergessen. Dann freut sich die 31-Jährige über ihr frisch renoviertes Bad mit den Möbeln aus gebürstetem Fichtenholz, das sich achtsam einfügt in das hundert Jahre alte Hofgebäude. Im Herbst 2020 hatten sie und ihr Lebensgefährte Paul Wittmann im Ostallgäu einen Hof gekauft, den sie seither Stück für Stück renovieren.

Bad 3: Bad mit Putz und Tapete

Im renovierten Bad von Ursula Kohlmann sollte sich ihre Liebe zu Farben und Reisen in ferne Länder widerspiegeln. Geduscht wird neben einem Palast, den exotische Tiere und Pflanzen erobert haben. „Diese dschungelartige Atmo- sphäre macht gute Laune“, sagt die Bonner Malermeisterin über das Motiv der wasserfesten Tapete von Wallpepper. Daraus wählte sie Farben für das gesamte Bad aus: vom roten Boden über grüne, graublaue und sandfarbene Wände bis zu den schwarzen Armaturen.

Erfahren Sie mehr in der Landlust ZUHAUS 3/2021

Text: Isa von Bismarck-Osten, Micaela Buchholz Fotos: Christian Bendel (6), Ursula Kohlmann (6), Ramona Riederer (6)

Fliesenmanufaktur Hees

In der Fliesenmanufaktur van Hees werden Fliesen nach historischen Vorbildern geformt und bemalt.

Die Delfter Fliesen in Handarbeit herzustellen, kommt den alten Originalen am nächsten. Nur zu Beginn nutzt Claudia van Hees eine Maschine. (Foto: André Reuter)

Wer die Werkstatt von Claudia van Hees betritt, dem strömt ein erdiger Geruch nach Ton und Lehm in die Nase. In einer alten Reetdachscheune in Seestermühe nördlich von Hamburg fertigt die Keramikerin seit mehr als 30 Jahren Fliesen in Handarbeit. Mit Geduld und Geschick wird jedes Stück in einer Jahrhunderte alten Technik geformt, glasiert und bemalt.

Historische Vorlagen

Die Vorbilder für ihre Arbeit lagern in einem Raum gleich neben ihrer Werkstatt. In den Holzregalen an der Wand reihen sich alte, über Jahre gesammelte Fliesen aneinander. Jede zeigt ein anderes Motiv: Segelschiffe und Windmühlen, ein Hase, ein Fisch oder zwei Menschen im Gespräch. Fast immer gemalt in Blau auf Weiß. „Einige dieser Fliesen sind mehr als 300 Jahre alt“, erzählt Claudia van Hees und nimmt eine von ihnen aus dem Regal. Ihre Gla- sur ist von feinen Rissen durchzogen.

Erfahren Sie mehr in der Landlust ZUHAUS 2/2021

Baumstarke Küchen

Es waren einmal zwei mächtige Eichen. Über 150 Jahre standen sie im Nordschwarzwald. Dann brachte sie ein Sturm zu Fall. Jetzt leben sie als Küche weiter.

Der warme Farbton des Holzes macht die Küche von Team 7 wohnlich und gemütlich. (Foto: Team 7)

In den Wäldern um Schömberg-Bieselsberg sieht man vor lauter Tannen den Baum nicht mehr. Könnte man meinen. Aber Daniel Kassners Blick ist geschult. Eichen sind in diesem Winkel des Nordschwarz- walds zwar nicht so häufig wie Nadelbäume, doch eines Tages fielen dem Schreiner zwei schöne dicke Eichenstämme auf, die am Wegesrand lagen. Vermutlich Sturmholz. Er fragte beim Förster nach, ob das Holz zu haben sei. Daniel Kassner hatte dafür nämlich schon einen Kunden im Kopf. Sein Nachbar Joachim Haessler wünschte sich eine Küche, die komplett aus massivem Holz gefertigt ist. Nicht nur die Fronten, sondern der ganze Korpus, die Böden der Schubladen und sogar die Rückseiten. Eine Küche, die durch Gebrauch mit der Zeit schöner wird und so lange hält, wie das Holz alt ist, aus dem sie gebaut wurde: also mindestens 150 Jahre. Dafür waren die Stämme vom Wegesrand ideal.

Hinter Glas

Ob historische Originale oder Nachbauten: Arztvitrinen aus lackiertem Stahl sind Design-Klassiker und die reinste Medizin für wintermüde Räume. Tipps für das private Schaufenster.

Eine Vitrine bringt Erinnerungs- und Lieblingsstücke ans Licht. Die kleine Privatausstellung lässt sich nach Lust und Laune umdekorieren. (Foto: Vanessa Jansen)

Als man im 19. Jahrhundert die Gesundheitsschädlichkeit von Mikroben erkannte, verschwanden die bis dahin üblichen reich verzierten und repräsentativen Holzinterieurs aus den Arztpraxen. Stattdessen zogen schnörkellose Instrumentenschränke und Vitrinen aus lackiertem Stahl ein, deren nahtlose Oberflächen sich leichter sauber und keimfrei halten ließen.

Abschleifen und lackieren

Viele dieser alten Stahl-Glas-Möbel führen mittlerweile ein Leben als Design-Klassiker. Es gibt Firmen, die sich auf die Restaurierung der Originale spezialisiert haben. Inzwischen bietet der Handel auch neue Metallvitrinen an, die den historischen Vorbildern nachempfunden sind.

Erfahren Sie mehr in der Landlust ZUHAUS Ausgabe 1/2021

Farben-Spiel

Im ostwestfälischen Landkreis Höxter haben Konrad und Britta Endemann ein in die Jahre gekommenes Forsthaus saniert.

Britta Endemann hat in ihrem Haus für Wände und Möbel Kreidefarben verwendet. Vor allem Farben der Natur, Grün- und Blautöne, sprechen sie besonders an. (Foto: Rainer Weppelmann)

Bereits die Anfahrt zu dem Haus von Familie Endemann ist besonders. Von der kleinen Ortschaft Himmighausen kommend, führt ein geschotterter Forstweg in sanftem Schwung gut tausend Meter den Berg hinauf, immer tiefer in den Teutoburger Wald hinein, bis zu einer lichten Anhöhe, auf der, umgeben von den Grünflächen eines großzügigen Hanggrundstücks, das 1873 erbaute Forsthaus liegt.

In die Landschaft eingefügt

Neben seiner exponierten Lage fällt die schlichte Eleganz des Forsthauses auf. Geerdet wird es durch einen Sockel aus heimischem gelbem Sandstein. Fensterbänke und Treppenstufen sind aus rotem Sandstein gearbeitet. Repräsentative Elemente, wie der Treppenaufgang mit doppeltem Handlauf, profilierte Fensterlaibungen sowie eine doppelflügelige Haustür, schmücken die ansonsten schlichte Fassade. Betritt man das Gebäude, stellt man fest: Das Besondere des Ortes setzt sich im Inneren fort. Überall hier gibt es herrliche An- und Ausblicke. Die Farben der Natur spiegeln sich an Wänden und Böden wider. Das Grün von Wald und Wiesen. Vom Himmel das Graublau, von Sonnenauf- und -untergängen das Rosarot.

Erfahren Sie mehr in der Landlust ZUHAUS Ausgabe 1/2021