Kategorie: Renovieren

Urlaub im Umgebindehaus

Als wäre die Zeit stehen geblieben. Christina und Tom Umbreit staunten bei der Besichtigung: Das 1831 erbaute Umgebindehaus eines Tuchhändlers in der Oberlausitz schien seit bald zwei Jahrhunderten nahezu unverändert. Sie übernahmen das Haus von der letzten noch lebenden Tochter der zweiten Besitzer, einer Arztfamilie.

Tatsächlich griffen Christina und Tom Umbreit kaum in die Substanz ein. Am Grundriss veränderten sie auch nichts. Sie haben vor allem erhalten und gestaltet. Heute nimmt das Umgebindehaus Feriengäste mit auf eine Reise durch die Epochen.

Text: Micaela Buchholz, Fotos: Dominik Wolf

Das Weinberghaus

Nur wenige Schritte vom Wohnhaus von Grit Pohling und Markus Feucht entfernt findet sich ein kleines Paradies. In dem schwäbischen Örtchen Nordheim in der Nähe von Heilbronn nennen es alle „das Schlössle“. Vom Feldweg oberhalb des Neckartals lässt es sich kaum erahnen. Erst ein paar Meter den terrassierten Weinberg hinunter, taucht unter Ranken wilden Weins eine Miniatur-Villa aus Sandstein auf.

Eine wohlhabende Familie ließ das Sommerhäuschen 1860 anstelle einer der üblichen Weinberghütten im Steilhang errichten. Viele Bewohner und unterschiedliche Nutzungsarten später wollte es die Gemeinde 2005 nach einem Dachstuhlbrand abreißen lassen. Markus Feucht erfuhr davon und konnte den Gemeinderat in letzter Minute von dem Plan abbringen.

Text: Micaela Buchholz, Fotos: Roberto Bulgrin

Der Hausversetzer

Axel Beeker hat sechs Fachwerkhäuser, die woanders im Weg standen, auf das Gelände seiner Gärtnerei im Landkreis Uelzen versetzt. Als Zuhause für seine Familie. Manche bekam er für eine Fuhre Feuerholz, eine Landung Pflanzen oder einfach geschenkt.

Dem Abriss zuvorkommen

Als der Gärtnermeister Ende der 1960er Jahre in das ländliche Uelzen zog, hatte er zwar viele Ideen, aber wenig Geld. Von seinen Eltern mit Sinn für Baukultur ausgestattet, konnte es der damals 33-Jährige nicht fassen, dass in der Lüneburger Heide so viele Fachwerkhäuser abgerissen wurden. Also beschloss er, für sich und seine Familie ein Wohnhaus umsetzen zu lassen.

Text: Isa von Bismarck-Osten, Fotos: André Reuter

Im Werkhaus

Malerin Anja Nürnberg und Vermessungsingenieur Stefan Glasewald haben die Werkswohnungen einer Papierfabrik umgebaut. Entstanden ist ein individuelles Wohn- und Atelierhaus.

Atelier und Wohnhaus zusammenfügen

Als das Paar 2005 begann, nach einem Haus zu suchen, wohnte es mit Tochter Helene in einer 68 Quadratmeter großen Wohnung. Auch das Atelier von Anja Nürnberg platzte mit den großformatigen Arbeiten aus allen Nähten. Es wuchs der Wunsch, beides auf mehr Quadratmetern zusammenzuführen. Am allerliebsten im alten Kiez von Halle an der Saale. Der Tipp eines Freundes führte die Suchenden schließlich zu einem alten, seit Jahren leer stehenden Gemäuer. Es war klar, dass die Sanierung viel Eigenleistung erfordern würde, um das Budget nicht zu sprengen. Das Paar entschied sich für das Projekt.

Heute sind viele historischen Baustoffe verbaut. Als Akzentwand in der Küche, als charmantes Pflaster auf der Terrasse oder als rustikale Balkendecke im Atelier. Inzwischen ist das Haus ein Ort geworden, an dem Anja Nürnberg und Stefan Glasewald entspannen können.

Erfahren Sie mehr in der Landlust ZUHAUS 1/2022

Text: Carola Baumgarten, Fotos: Dominik Wolf

Öfen mit Charakter

Ihre lebhaften Oberflächen laden zum Streicheln ein. Öfen mit handgemachten Kacheln oder Fliesen lassen niemanden kalt. Jedes Exemplar ist maßgefertigt.

Einzigartige Kachelöfen

Baukeramikerin Anita Flößer hat einen kleinen Grundofen für eine Familie aus Donaueschingen gestaltet. Jede Kachel ist handgefertigt. Er steht zwar erst seit kurzem in ihrer großen Wohnküche, aber schon jetzt will ihn die Familie nicht mehr missen: Wo bisher ein Schwedenofen Wärme spendete, hat ein Ofensetzer einen kompakten Grundofen mit 4 kW Heizleistung gemauert. Er hält Dank seiner massiven Bauweise zehn Stunden warm. Dabei verbraucht er weniger Holz als der gusseiserne Vorgänger, bei dem alle zwei Stunden nachgelegt werden musste. Die Form des Grundofens und seine gekachelte Oberfläche stammen von Anita Flößer. In ihrer Werkstatt in Löffingen hat die Baukeramikerin die Tonplatten modelliert, glasiert und zweifach gebrannt. Farblich erinnern sie an eine verwaschene, gemütliche Lieblingsjeans.

Erfahren Sie mehr in der Landlust ZUHAUS 4/2021

Text: Micaela Buchholz, Fotos: Roland Krieg

Gestandenes Duo

In der wärmeren Jahreszeit wohnt die Architektin Ramona Buxbaum in einer ehemaligen Scheune. Sobald die Tage wieder kürzer werden, zieht sie nebenan in die Werkstatt. Angefangen hat alles mit einem Forsthaus.

Jahrelang lag das Forsthaus im Dornröschenschlaf, an einem Waldrand im Nordosten von Darmstadt. Bevor es 1870 in ein Revierforstamt umgewandelt wurde, gehörte es zum Jagdschloss Kranichstein, das auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht. 2013 wollte sich die Forstverwaltung von dem denkmalgeschützten Amtsgebäude samt Scheune, Werkstatt und 6 600 Quadratmeter Grundstück trennen. Kaufinteressenten für das baufällige Forsthaus gab es einige. Letztlich scheuten die meisten aber mögliche bauliche Einschränkungen durch den Denkmalschutz. Nicht so Ramona Buxbaum. Als Architektin und Denkmalliebhaberin erkannte sie das Potenzial des Anwesens. Von 2014 bis 2017 setzte sie die drei Gebäude instand und bewahrte dabei das historische Erscheinungsbild des Ensembles. Zuerst kümmerte sie sich um das Forsthaus, einen verputzten Bruchsteinbau von 1830. Er wurde zum Planungsbüro für sie und ihre zehn Mitarbeiter. Für sich selbst richtete sie mit je 100 Quadratmeter Wohnfläche die dahinterliegende Scheune und anschließend die ehemalige Werkstatt der Forstleute her. Die Scheune als Sommer- und die Werkstatt mit Bretterfassade als Winterquartier. Letztere überlässt sie in der warmen Jahreszeit Gästen oder Praktikanten ihres Büros als Unterkunft.

Zeitgemäßer Komfort

„Wegen der kompakteren Fachwerkbauweise und der vielen Holzoberflächen lässt sich die Werkstatt im Winter leichter beheizen als die 50 Zentimeter dicken Bruchsteinwände der Scheune. Das macht es besonders gemütlich“, sagt die Architektin. Die Scheune besteht aus einem firsthohen offenen Raum mit Dachboden-Galerie als Schlafbereich. Nur Bad und Küche sind in einem kleinen Anbau angedockt, der früher wohl als Waschküche diente. Mit Dämmung im Bodenaufbau und im Dach bieten letztlich beide Gebäude einen zeitgemäßen Wohnkomfort. Bei der Werkstatt sind zusätzlich die Außenwände gedämmt worden. Vorher pfiff der Wind durch die Bretterfassade.

Erfahren Sie mehr in der Landlust ZUHAUS 3/2021

Text: Micaela Buchholz, Fotos: Roberto Bulgrin

In der alten Wassermühle

Ein Berliner Paar hat im Wendland ein kleines Wochenendhaus mit großem Garten gesucht – und eine viel zu große Wassermühle auf kleinem Grund ersteigert. Vom Werden eines besonderen Ortes.

Die Mühle besteht aus drei Teilen, die ein „T“ formen: den Wohnteil, die einstige Bäckerei und dahinter die Kornmühle. (Fotos: André Reuter, Produktion: Miriam Hannemann)

Sobald man den Eingangsflur der denkmalgeschützten Wassermühle von Interieur Designerin Nele Harlan und Journalist Jörg Harlan Rohleder betritt, fällt die besondere Einrichtung ins Auge: Ein alter Verkaufstresen aus einer Bäckerei und ein zierlicher Kerzenleuchter, den das Paar auf den Straßen Marrakeschs gekauft hat. In diesem Haus im niedersächsischen Wendland, zwischen Jameln und Breese, ist nichts von der Stange. Mit Fundstücken aus der Mühle, ersteigerten Vintagemöbeln, selbstgefertigten Einbauten, von Reisen mitgebrachten Teppichen sowie Erbstücken hat das Paar einen unverwechselbaren Stil geschaffen – fein verwoben mit dem Charakter und der Geschichte des Hauses.

Erinnerungen an die Blütezeit

Die Jamelner Mühle ist eine von zwölf historischen Wassermühlen im Landkreis Lüchow- Dannenberg. Einst gab es hier sechzig dieser Bauwerke. Neben Malereien erinnern auch klassizistische Türblätter, filigran gearbeitete Fenster mit Bremer Ruderstangen, Wandvertäfelungen sowie Eichendielen an die Blütezeit der Mühle.

Erfahren Sie mehr in der Landlust ZUHAUS Ausgabe 2/2021

Wertarbeit

Am Niederrhein fertigt die Schreinerei Woodworker zeitlos schlichte Küchen. Die hochwertigen Holzarbeiten der Shakergemeinden standen dafür Pate.

Typisch für die handgefertigten Küchen ist die massive Stollenbauweise mit stumpf einschlagenden Türen. (Foto: Rainer Weppelmann)

Ab hier hängt alles vom größten Kochtopf ab. Küchenbauer und Schreinermeister John Haase begutachtet einen Topfschrank: Unterer und oberer Auszug (für die Deckel) sind schon drin, der mittlere soll aber erst vor Ort beim Kunden eingesetzt werden, entsprechend der Höhe der zu verstauenden Töpfe. „Wir bauen hier jede Küche einmal zur Probe auf, bevor sie rausgeht“, erläutert der Schreinermeister. So erlebt niemand die unliebsame Überraschung, dass am Auslieferungstag Teile fehlen oder etwas bei der Montage nicht passt. Diese Küche hat bereits Gestalt angenommen – ein paar Meter weiter stehen die ersten Korpusse der nächsten, für sie braucht es noch etwas mehr Fantasie, aber eine Sitzbank ist schon erkennbar. An drei bis vier Küchen arbeitet die Schreinerei parallel.

Erfahren Sie mehr in der Landlust ZUHAUS Ausgabe 1/2021

Natur zu Füßen

Ob im Wohnzimmer, in der Küche oder im Bad: Holzdielen bringen Wärme und Gemütlichkeit ins Haus und halten ein Leben lang. Viele Holzarten und Verlegemuster stehen zur Auswahl.

Wie gewachsen – Die Massivholzdielen aus der Werkstatt von Michael Geiger werden wie ein Puzzle zusammengesetzt. (Foto: Michael Geiger)

Reihe für Reihe fügen sich lange Holzbretter aneinander. Der Dielenboden zählt zu den ältesten Bodenbelägen überhaupt. Seine natürlichen Eigenschaften machen ihn bis heute beliebt. Holzdielen sind Natur pur. Sie lassen sich barfuß oder auf Socken angenehm begehen, regulieren auf natürliche Weise die Raumluft und sind sehr belastbar. „Ein Dielenboden überlebt bei guter Pflege mehrere Generationen“, sagt Jan Kurth, Geschäftsführer vom Verband der Deutschen Parkettindustrie e.V. Viele Böden werden erst nach über 20 Jahren zum ersten Mal abgeschliffen. „Wer die Patina liebt, die im Laufe der Jahre entsteht, renoviert noch seltener“, erläutert Jan Kurth. Der Markt bietet eine große Auswahl unterschiedlicher Holzarten, Farbtönungen und Sortierungen. Über Länge, Breite oder Dicke der Dielen kann man ebenso individuell entscheiden wie über die veredelten Oberflächen und Verlegemuster. Sogar die Kombination mit einer Fußbodenheizung ist möglich.

Erfahren Sie mehr in der Landlust ZUHAUS Ausgabe 1/2021