Gestandenes Duo

In der wärmeren Jahreszeit wohnt die Architektin Ramona Buxbaum in einer ehemaligen Scheune. Sobald die Tage wieder kürzer werden, zieht sie nebenan in die Werkstatt. Angefangen hat alles mit einem Forsthaus.

Jahrelang lag das Forsthaus im Dornröschenschlaf, an einem Waldrand im Nordosten von Darmstadt. Bevor es 1870 in ein Revierforstamt umgewandelt wurde, gehörte es zum Jagdschloss Kranichstein, das auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht. 2013 wollte sich die Forstverwaltung von dem denkmalgeschützten Amtsgebäude samt Scheune, Werkstatt und 6 600 Quadratmeter Grundstück trennen. Kaufinteressenten für das baufällige Forsthaus gab es einige. Letztlich scheuten die meisten aber mögliche bauliche Einschränkungen durch den Denkmalschutz. Nicht so Ramona Buxbaum. Als Architektin und Denkmalliebhaberin erkannte sie das Potenzial des Anwesens. Von 2014 bis 2017 setzte sie die drei Gebäude instand und bewahrte dabei das historische Erscheinungsbild des Ensembles. Zuerst kümmerte sie sich um das Forsthaus, einen verputzten Bruchsteinbau von 1830. Er wurde zum Planungsbüro für sie und ihre zehn Mitarbeiter. Für sich selbst richtete sie mit je 100 Quadratmeter Wohnfläche die dahinterliegende Scheune und anschließend die ehemalige Werkstatt der Forstleute her. Die Scheune als Sommer- und die Werkstatt mit Bretterfassade als Winterquartier. Letztere überlässt sie in der warmen Jahreszeit Gästen oder Praktikanten ihres Büros als Unterkunft.

Zeitgemäßer Komfort

„Wegen der kompakteren Fachwerkbauweise und der vielen Holzoberflächen lässt sich die Werkstatt im Winter leichter beheizen als die 50 Zentimeter dicken Bruchsteinwände der Scheune. Das macht es besonders gemütlich“, sagt die Architektin. Die Scheune besteht aus einem firsthohen offenen Raum mit Dachboden-Galerie als Schlafbereich. Nur Bad und Küche sind in einem kleinen Anbau angedockt, der früher wohl als Waschküche diente. Mit Dämmung im Bodenaufbau und im Dach bieten letztlich beide Gebäude einen zeitgemäßen Wohnkomfort. Bei der Werkstatt sind zusätzlich die Außenwände gedämmt worden. Vorher pfiff der Wind durch die Bretterfassade.

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